Historisches zum Heidebad

Entstehung und Geschichte des Heidebades

Erholung für Generationen – Historisches zum Heidebad

Baden hat in Halle eine lange Tradition. Von den „Badehalloren“ wußte schon die Reiseliteratur des 18. Jahrhunderts zu berichten.

RichtfestMitte des 19. Jahrhunderts wurde die Saale von Badefreudigen entdeckt. Baden war ein billiges Vergnügen für alle Volksschichten in der Sommerzeit. Gebadet wurde an allen zugänglichen Stellen der Saale, von den Weinbergen in Glaucha bis nach Trotha. An den Ufern der wilden Saale wurden zahlreiche Badeanstalten eingerichtet.

Das industrielle Zeitalter zerstörte jedoch diese Idylle. Nach 1950 badete niemand mehr in der Saale. Die meisten suchten von nun an lieber Seen oder künstlich angelegte Becken auf, Im Jahre 1952 gingen die Badeanlagen am Graebsee, einem der schönsten Freibäder Sachsen-Anhalts, in Flammen auf. Die Hallenser mussten sich seitdem mit Provisorien zufrieden geben.

Als Ersatz wurde am flachen Nordufer des Heidesees das städtische „Volksbad Heide“ eingerichtet. 1954 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Hauptteil der Arbeit wurde von den Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Nietleben geleistet.

Am 15. Dezember 1955 waren die ersten Fundamente gelegt, die Mauern der Umkleidekabinen standen und das Richtfest konnte gefeiert werden.

Heidebad mit Zementfabrik im Hintergrund

Im Sommer 1957 lud der damals 300 Meter lange Sandstrand zum Baden ein, Gebäude und Kabinen waren entstanden, Strandkörbe, Luftmatratzen und Ruderboote boten Erholung und Entspannung. Zu dieser Zeit stand am Südufer des Sees noch die Zementfabrik in Nietleben.

Zwei Holzstege führten im Abstand von 50 Metern ins Wasser und konnten für die Austragung von Wettkämpfen genutzt werden. Schwimmfeste wurden veranstaltet. Die idyllisch zwischen Nietleben und Dölauer Heide gelegene Wasserfläche wurde von den Hallensern gern besucht. Eigens zu diesem Zweck wurde von den Halleschen Verkehrsbetrieben die Buslinie F bis zum Eingang des Bades eingeführt.

Schwarz/Weiß-Bild vom Heidebad mit zwei Holzstegen

Wegen des regen Zuspruches wurde die Badeanlage in mehreren Ausbaustufen erweitert. 1975 wurde der Sandstrand auf 700 Meter verlängert, zwei moderne Schwimmmeister-Türme, neue Garderoben-, Sanitäranlagen und ein zweiter Kassentrakt entstanden. Das so eingerichtete Bad erfreute sich viele Jahre großer Beliebtheit.

In heißen Sommermonaten nutzten viele das Gewässer zur willkommenen Abkühlung. Mehrere Generationen von Hallensern haben im Heidebad Schwimmen gelernt. In diesem Jahr wird das „Volksbad Heide“ 50. Der Glanz vergangener Jahre war nach der Wende allerdings schnell verflogen. Gebäude und Einrichtungen fristeten jahrelang ein klägliches Dasein. Die Stadt Halle widmete dem Objekt nach 1990 weniger Aufmerksamkeit als zuvor.

Mehr Infos rund um den Heidesee findet Ihr beim Nietlebener Heimatverein e.V.

Aquarell vom neuen Heidebad mit Strandbar

Mit einem soliden Konzept und vielen ehrgeizigen Plänen für die Neu- und Umgestaltung der Badeanstalt gelang es dem neuen Pächter Mathias Nobel die Stadt und in Zukunft hoffentlich auch die Besucher für sich zu gewinnen.

Im Jahr 2007 legte die Stadt Halle schließlich die komplette Bewirtschaftung des Heidebades in private Hände. Die Übergabe des Objekte erfolgte dann im April 2007.

Am 01.05.2007 war die Eröffnung des neuen Heidebades und trotz der geringen Vorlaufzeit gelang es die Einrichtungen, den Eingangsbereich sowie die Sandstrände in neuem Glanz erscheinen zu lassen.

viele Leute im Wasser

So wurden 180t Sand angefahren um die Strände zu erneuern, Strandkörbe und Strandliegen wurden neu angeschafft, ebenso unzählige Sonnenschirme. Den Besuchern steht, wie in früheren Zeiten, ein Bootsverleih zur Verfügung, mit Tretbooten, Ruderbooten und Surfbrettern. Eine Steganlage wurde neu geschaffen, ebenso wie eine schwimmende Plattform. Diese Plattform existiert seit dem Jahr 2014 nicht mehr, genau wie der 2007 errichtete Bootssteg.

Dennoch bietet das Heidebad auch heute nochvielfältige Möglichkeiten zur Entspannung und Erholung. Die Steganlage wurde zurückgebaut, da diese aufgrund der seit 2011 geltenden strengen Auflagen für den Bootsverkehr nicht mehr benötigt wurde. Denn infolge dieser Auflagen wurde der Bootsverleih auf dem Heidesee stillgelegt. Dafür wird ständig versucht das Angebot der Freizeitgestaltung zu erweiteren. So ist seit 2015 die Errichtung einer Wakeboardanlage in Planung. Die Vorbereitungen für den Bau haben bereits im erbst 2015 begonnen. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2016 geplant.

vier Bilder nebeneinander

Für die nächsten Jahre sind weitere zahlreiche Neuerungen in Planung. Wie zum Beispiel ein Naturlehrpfad, der Ausbau der Sanitäranlagen und die Errichtung eines Campingplatzes, sowie der Ausbau der Steganlage mit Sprungturm. Es wird also auch weiterhin kräftig investiert, um das Heidebad zu einem Ort der Erholung und Entspannung für Groß und Klein zu gestalten.